Denken Sie, dass Wandern nicht nur des Müller's Lust ist?

Dann hinein in die Laufschuhe und keine Blasen gescheut!

        

                    

Wandern im Ruhrgebiet

Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass unsere Region ein interessantes Wandergebiet ist. Das gilt nicht nur für das malerische Ruhrtal.

Einmal im Monat unternehmen wir am 2. oder 3. Freitag eine längere Wanderung in der „Metropole Ruhr“, für die Interessierte – auch wegen der Hin- und Rückfahrten mit dem ÖPNV – sich den ganzen Tag freihalten sollten. Der Treffpunkt ist normalerweise die Straßenbahnhaltestelle Broich Friedhof, da die Teilnehmenden (wenn sie nicht über ein eigenes ÖPNV-Ticket verfügen) dort am Automaten eine Gruppenfahrkarte ziehen können, was ungleich preiswerter ist als Einzelfahrkarten.
Die Touren sind normalerweise zwischen 12 und 16 Kilometer lang. An geografisch oder historisch interessanten Punkten gibt es Erklärungen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.

Wer an der nächsten Wanderung teilnehmen möchte, muss sich daher verbindlich anmelden

  • bei Günter Fraßunke, sobald die Wanderinformation veröffentlicht ist

  • beim Netzwerktreffen, das dem Wandertermin voraus geht.

Haben Sie Interesse, dann kommen Sie zum Netzwerktreffen am letzten Donnerstag im Monat um 17 Uhr ins Gemeindehaus Wilhelminenstraße!

Ansprechpartner: Günter Fraßunke 0208. 423652

Die nachfolgenden Artikel sind die Ankündigungen unserer Wanderungen.
Die Berichte zu den Wanderungen stehen unter Wandern im Menüpunkt "Wanderberichte".
Günters Beiträge zur Geschichte der Stadt Mülheim findet ihr unter dem Menüpunkt "Geschichte"

 

Am 28.1.2011 habe ich unter der bewährten Führung von Günter Fraßunke und Gerhard Lantermann mit 14 weiteren Gleichgesinnten an einem Ausflug nach Dortmund teilgenommen. Ziel war die Steinwache Dortmund, das unmittelbar hinter der Hauptbahnhof gelegene, ehemalige Polizeigefängnis aus den 20- er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Von der Gestapo ab 1933 in einigen Trakten zur Folterung und Erpressung von Geständnissen missbraucht, erlangte es als „Hölle Westdeutschlands“ traurige Berühmtheit. Mehr als 60.000 Menschen, überwiegend jüdische Bürger und ausländische Zwangsarbeiter, waren während der Nazizeit hier untergebracht. Viele von ihnen wurden aus der Steinwache in Konzentrationslager verbracht und fanden dort den Tod.

Als eines der ganz wenigen Gebäude der Dortmunder Innenstadt, das die Bombenangriffe fast unbeschadet überstanden hatte, diente es nach dem Krieg verschiedenen Nutzern, ehe in seinen Räumlichkeiten 1992 eine Mahn- und Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung eröffnet wurde. Die in den über 50 ehemaligen Zellen präsentierten Fotos, Schriftstücke und Exponate veranschaulichen beeindruckend die Unvorstellbarkeit nationalsozialistischen Terrors. Keiner aus unserer kleinen Gruppe, der nicht betroffen war und seine Empfindungen  schon während des Rundgangs und auch noch danach bei einem Kaffee in einem nahegelegenen Bistro im Gespräch zum Ausdruck brachte. Gemeinsam mit vier weiteren Netzwerkern habe ich im Anschluss dann noch drei sehenswerte Kirchen in der Dortmunder Innenstadt aufgesucht und die Virtuosität Jahrhunderte alter Handwerkskunst bestaunt.

Nach einer entspannten Rückfahrt mit der S – Bahn war ich gegen 15 Uhr wieder zu Hause, wo mein kleiner Enkel schon auf seinen Opa wartete. Da hatte mich der Alltag mit all seinen schönen und herzerwärmenden Momenten endgültig wieder.

 

Text: Günter Tübben

Etwas Risikobereitschaft gehört schon dazu, wenn man Ende November eine Wanderung plant. Das Wanderwetter kam am letzten Freitag im November auf den Punkt – trotz widersprechender Vorhersagen: trockenes, kühles Wetter, später sogar Sonne!

Der Weg von Ruhrort nach Hamborn über den Rheindeich und unter dem Werksgelände von Thyssen Krupp Steel war für alle 16 Wanderer Neuland. Dass Ruhrort eine Geschichte hat und der Hamborner Vorort, die frühere Bauernschaft, Alsum unter einem Trümmerberg verschwunden ist, war unbekannt. Der Matenatunnel bot ausreichend Tatort-Gruselpotential und Bruckhausen mit seiner 80 %-Migrantenquote weckte Interesse. Die Abteikirche in Hamborn empfanden die Wanderer als runden Abschluss, zumal der Organist bei unserem Eintreffen alle Register zog und die Sonne die wunderschönen Kirchenfenster zum Leuchten brachte.

 

 

Wandern im Winter

Wenn es früh dunkel wird, der Frost sich auch tagsüber bemerkbar macht und vielleicht auch eine Schneedecke Wald und Feld bedeckt, macht das Wandern in Gottes freier Natur nicht unbedingt Freude. In den letzten Jahren haben wir daher – wenn das Wetter mitspielte – ortsnahe Wanderungen unternommen, Anfang des Jahres z.B. einen Rundgang durch Broich. Oder es ging ruhraufwärts nach Kettwig.

Nachdem die Wandergruppe am 26. November großes Glück mit dem Wetter hatte und der Weg von Ruhrort nach Hamborn auf dem Rheindeich und durch Bruckhausen problemlos zu gehen war, wollen wir im Januar und Februar kein Risiko eingehen und möglichst städtische Straßen oder ortsnahe Wege gehen. Es können auch durchaus weniger Teilnehmer als bei den letzten Wanderungen sein – ich habe Verständnis für Wandersleute, die lieber durch Wald und Feld streifen und sich im Winter lieber mit anderen Dingen beschäftigen.

Termine

FR, 7. Januar  (= verschobener Dezember-Termin), 28. Januar, 25. Februar, 25. März

Vorschläge für das Winterprogramm

1.       Die vier großen mittelalterlichen Innenstadtkirchen in Dortmund mit ihren kostbaren Altären:

  • St. Reinoldi: um 1420 in Flandern gefertigt – Reinold ist der Stadtpatron von Dortmund
  • St. Marien (der älteste Gewölbebau in Westfalen, Kirche des Rates): um 1420 von Conrad von Soest geschaffen, ein Höhepunkt der westfälischen Tafelmalerei
  • St. Petri (die Kirche der Zünfte): der Altar (vollendet 1521) – „Das Goldene Wunder Dortmunds“ – ist ein Werk, das in Antwerpen entstanden ist. 1809 durch Kauf aus der säkularisierten Franziskanerkirche erworben.
  • Probsteikirche / Dominikanerkirche (als einzige katholische Kirche der Altstadt): der größte bemalte Altar der Spätgotik von 1470-80

Alle Kirchen sind normalerweise geöffnet. – Zu Fuß vom Bahnhof kann man auf einem ca. 1,5 km langen Weg alle Kirchen erreichen.

2.       Die Tour lässt sich erweitern durch einen Fußweg zum Dortmunder Ostenfriedhof.

  • Es ist der älteste erhaltene Innenstadtfriedhof von 1876.
  • Der Friedhof verfügt über einen jüdischen Teil, was ungewöhnlich ist.
  • Hier wurden viele Opfer von Bergwerkskatastrophen beerdigt – und viele lokale Größen.

Fußweg von St. Reinoldi bis zum Ostenfriedhof: 1,7 km.

3.       Besichtigung der Steinwache in Dortmund – keine Wanderung, aber mit 2 Kirchen aus Punkt 1 kombinierbar

  • Die Steinwache war das Gestapo-Gefängnis in Dortmund und berüchtigt als die „Hölle Westdeutschlands“.
  • Neben einigen noch „original erhaltenen“ Gefängniszellen kann in den übrigen die ständige Ausstellung "Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945" des Stadtarchivs Dortmund besichtigt werden.
  • Es kann bei mindestens 15 Teilnehmenden eine kostenlose Führung organisiert werden.

Die Steinwache liegt unmittelbar hinter dem Dortmunder Hauptbahnhof.

4.       Auf dem Weg nach Dümpten

  • Was heißt hier eigentlich „Problemstadtteil“ (Eppinghofen)?
  • Wo hört Winkhausen auf, wo fängt Dümpten an? ... und andere Fragen

Je nach Planung, Wetter und Interesse: Fußweg von der Schlossstraße über Eppinghofer Str., Kuhlenstr., Bruchstr., Winkhauser Talweg – „Mülheimer Schweiz“ – Aktienstr. – Kappenstr. – Horbachtal – Papenbusch – Urnenkirche Heilig Kreuz – Zehntweg, ca. 9 km

Anmeldung

Um eine Übersicht zu bekommen, ob Interesse für den einen oder anderen Weg besteht, bitte ich um Rückmeldung per Telefon (423652) oder E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - Das endgültige Programm gebe ich dann bekannt.

Günter Fraßunke – Heuweg 32 – 45481 Mülheim an der Ruhr

Beim Bau der Eisenbahnstrecke wurden in Saarn einige Gräber aus fränkischer Zeit gefunden, noch älter sind die Urnenfunde an der Holzstraße in Broich und vom Flughafengelände, die aus der Zeit zwischen 800 und 400 vor Christi Geburt stammen. Man geht heute davon aus, dass der Bereich links der Ruhr wegen seiner leichtern Böden eher durch Bauern besiedelt worden ist.

Zwischen dem 9. Und 15. Jahrhundert

Die Geschichte unserer Stadt wird aber erst – heute noch – sichtbar ab dem 9. Jahrhundert. Wer einen Blick von der Ringmauer des Schlosses in Broich auf den Innenbereich der Festungsanlage wirft, erkennt die Grundmauern von Bauten aus der Zeit von 883. Ein Jahr zuvor hatte eine Heer Wikinger den Handelsplatz Duisburg besetzt. Um zu verhindern, dass die Männer aus dem Norden mit ihren Schiffen ruhraufwärts gelangen konnten, setzte König Karl III. seinen Herzog Heinrich von Babenberg gegen die Raubzüge ein. So wird höchstwahrscheinlich die Festungsanlage oberhalb der Stelle entstanden sein, wo die Heer- und Handelsstraße Hellweg die Ruhr auf einer Furt überquerte. Ziel war es, die Abtei in Werden vor einem Raubzug zu schützen und den Handelsweg zu überwachen.

Das ist nicht übertrieben, denn die Reformation ist kein punktuelles Ereignis, sondern ein Prozess, der sich schmerzhaft über viele Jahrzehnte hinzog. Das Gebiet des Niederrheins mit Mülheim wurde in Verbindung mit der Reformation von Krieg heimgesucht – man spricht vom Achtzigjährigen Krieg, der von 1568 bis 1648 dauerte.

Vor diesem Krieg bildeten die heutigen Niederlande, Belgien, Luxemburg und ein Teil Nordfrankreichs 17 Provinzen des Heiligen Römischen Reich. Das Haus Habsburg stellte den Kaiser, aber die 17 Provinzen wurden vom König des spanischen Zweigs der Habsburger beherrscht.

Wie versprochen wird es in der dritten Folge friedlicher. Zu Zeiten von Graf Wilhelm Wirich (Broich; Lutheraner), Graf Moritz (Styrum, Katholik) und dem reformierten Pfarrer der Petrikirche Theodor Undereyck entspannt sich die konfessionelle Situation in Mülheim; hierbei ist Geld das entscheidende Argument. Die Petri-Gemeinde kann sich nun selbst verwalten und ihre Pfarrer selber wählen. Die Lutheraner können eine eigene Kirche an der Delle errichten. Während die wenigen Katholiken erst 1755 ein Grundstück auf dem Kirchenhügel erhielten.