
Die Bus-Ringlinie 139 führte die Wandergruppe am 21.08.26 vom Broicher Friedhof auf die andere Ruhrseite. Zu Fuß ging es von der Mendener Brücke bis Müller Menden und von dort weiter durch das malerische Forstbachtal.
Günter hatte von seinem Onkel Wim erfahren, dass dort am Südhang ein Hobbywinzer „Rekrutenschweiß“ angebaut hatte – wahrlich keine gute Werbung für den Wein von dort. Ob die auf dem Gelände des heutigen Hauptfriedhofs übenden Soldaten Konsumenten des staubtrockenen Gesöffs waren, wollte Wim nicht verraten aus Angst, der Wehrkraftzersetzung beschuldigt zu werden.
Zur Zeppelinstraße geht es leicht bergauf, doch ab „Engel im Feld“ senkt sich die Riemelsbeck zum Rumbach. Onkel Wim wusste einiges von diesem alten Ausflugslokal zu berichten, dessen Gerstensaft von der Mendener Engel-Brauerei auf der anderen Seite der Straße gebraut wurde. Engel hieß der erste Brauer, der schon im 18. Jahrhundert einen stattlichen Betrieb aufmachte. Eine weitere Lokalität war „Im Stillen Winkel“; auch hier ist der Zapfhahn zugedreht. Von der Fulerumer Seite der Riemelsbeck bietet sich einer der schönsten Ausblicke auf Mülheim, etwas gestört durch zwei Tanklastzüge mit Gülle. Sie standen bereit, ihr kostbares Nass den ausgetrockneten Äckern zu spenden. Die Gaststätte Stich verdient seit Generationen ihr Geld durch die Rauen, die hier in der Nähe des Heißener Friedhofs begangen werden.
Ein wunderschöner Platz auf der Heimaterde lädt Wanderer zur Rast ein – drei Bronzeskulpturen sind hier Dauergäste und erinnern an den Mülheimer Künstler Ernst Rasche. Wir verließen die Krupp-Siedlung durch das Siepental am Finkenkamp. Die Zielgerade führte über zwei Brücken, die einen Teich und die Max-Halbach-Straße überwinden und die hungrigen Wandersleute geradewegs ins Rhein-Ruhr-Zentrum führte.
Eine abwechslungsreiche 10km-Tour! Zurück nach Saarn und Broich geht es mit der Linie 139, und die Speldorfer können im Bus 129 weiterfahren. Ein großes Kompliment an die Busfahrer, die die kurvenreiche Strecke gekonnt bewältigen.
Text: Günter Fraßunke
Fotos: Ursula Pörtner und Elisabeth Knümann