„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben,
sondern den Tagen mehr Leben.“

Dieser Satz von Cicely Saunders steht über der Arbeit der Hospizbewegung, deren Gründerin sie war. Um den Netzwerkern diesen Gedanken näher zu bringen, besuchte uns beim Netzwerktreffen am 25.06.26 Rafaela Schmitz vom Ambulanten Hospiz Mülheim.

Das Ambulante Hospiz ist ein Verein, der sich der Aufgabe widmet, schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten und ihren Angehörigen und Hinterbliebenen Beistand zu leisten. Ziel ist es, schwer kranken Menschen den Verbleib in ihrer heimischen Umgebung möglichst lange zu ermöglichen.

Circa 60 Mitglieder arbeiten alle auf ehrenamtlicher Basis. Sie sind eingebunden in ein multiprofessionelles Team, das in Stufen arbeitet:

  • Palliativärzte sichern die medizinische Versorgung.
  • Die ambulante Pflege deckt die pflegerische Versorgung ab.
  • Der ambulante Hospizverein bietet sensible Gespräche und die Kommunikation mit den anderen Diensten – das alles übrigens kostenlos.
  • Das stationäre Hospiz muss gewählt werden, wenn die häusliche Versorgung nicht mehr möglich ist. Die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist natürlich nicht planbar, da die Betten dort zumeist belegt sind.

Der Einsatz der ehrenamtlich Mitarbeitenden im Ambulanten Hospiz ist angesichts der oft belastenden Situationen, in denen sie Menschen begleiten und unterstützen, außerordentlich beeindruckend. Sie werden dabei durch professionelle Begleitung, Supervision und regelmäßige Fortbildungen unterstützt. Dennoch erfordert diese Aufgabe eine besondere innere Haltung, großes Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an persönlichem Engagement. Es braucht eine echte Berufung, um den emotionalen Herausforderungen der Hospizarbeit dauerhaft begegnen zu können.

Text: Wolfgang Wacke